Mitarbeiter:innen gewinnen – die fünf Phasen zur erfolgreichen Besetzung einer offenen Stelle (Teil 1)

Die Jobbörsen für Ingenieure und Architekten quellen über. Es ist ein „Bewerbermarkt“. Wechselwillige Planerinnnen und Planer können sich ihren nächsten Arbeitgeber nach Belieben aussuchen. Doch wie können Sie dafür sorgen, dass die Wahl ausgerechnet auf Ihr Büro fällt?

Zusammengefasst heisst die Antwort auf diese Frage: Kommunikation, Wertschätzung und Professionalität. Denn die Gewinnung eines neuen Mitarbeitenden ist keine einmalige Aktion, sondern ein Prozess. Der „Mitarbeiter-Gewinnungs-Prozess“.

Um zu veranschaulichen, was in diesem Prozess passiert, teilen wir ihn in fünf Phasen, die wir in dieser Artikelserie näher betrachten.

Mitarbeiter:innen gewinnen für Planungsbüros: So geht's (Grafik: Eric Sturm)

Mitarbeiter:innen gewinnen für Planungsbüros: So geht’s (Grafik: Eric Sturm)

An jeder Stelle des Prozesses kann Ihr:e Wunschkandidat:in abspringen

Stellen Sie sich den Prozess wie einen „Eierlauf“ beim Kindergeburtstag vor: Der Bewerber – das rohe Ei – wird von Ihnen behutsam von einer Phase zur nächsten transportiert. Nur eben nicht auf einem Löffel, sondern über die digitalen Medien und durch Ihre Räumlichkeiten.

Wie beim Eierlauf besteht an jeder Stelle des Prozesses die Gefahr, dass das kostbare Ei herunterfällt bzw. Ihr Kandidat abspringt – und der bisher geleistete Aufwand umsonst war. Daher gilt es von Phase zu Phase sicherzustellen, dass der Prozess reibungslos zum gewünschten Ziel führt.

Phase 1: Das Stellenangebot

Zunächst sollten wir die Sache mit den Augen unseres „Wunschkandidaten“ sehen: In der Regel ist er bereits angestellt, verdient vermutlich gutes Geld und hat keine große Not, den Job zu wechseln. Was könnte ihn also dazu bewegen, sich bei einem anderen Büro zu bewerben? Bestimmt keine Stellenangebote, deren fantasieloser Titel „Bauingenieur (m/w/d)“ lautet.

Mehr Interesse könnten Sie mit einem Hinweis auf die Spezialisierung Ihres Büros oder auf das Aufgabenspektrum der ausgeschriebenen Stelle wecken: „Bauingenieur (m/w/d) für Wohnungsbauprojekte in Oberfranken gesucht“.

Der Inhalt eines guten Stellenangebots sollte sich anders anhören als die unzähligen anderen Angebote, die Ihr Wunschkandidat zuvor überflogen hat. Kurz und knapp werden hier der Arbeitsbereich der offenen Stelle und die Anforderungen dafür beschrieben. Ebenso präzise, schnörkellos und floskelfrei fällt im Idealfall die Präsentation des Büros aus.

Ausführlicher kann es werden, wenn es um Karriereperspektiven sowie die Annehmlichkeiten des Arbeitsverhältnisses geht: Urlaubstage, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Parkplatz, Jobrad usw.

Auch Bilder oder Videos über den zukünftigen Arbeitsplatz, das Büro und das Büroleben heben ein Stellenangebot von der grauen Masse ab. Nutzen Sie diese Chance, um „gesehen“ zu werden!

Zugegeben, das hat man vor zwanzig Jahren nicht gemacht, aber wir haben es heute eben auch mit einem komplett veränderten Arbeitsmarkt zu tun. Letztendlich ist es so: Das Büro bewirbt sich bei den Arbeitskräften, nicht (mehr) umgekehrt.

Dazu gehören auch niederschwellige Angebote, um sich auf die Stelle zu bewerben: Sowohl per E-Mail als auch über ein (knappes) Kontaktformular sollte dies möglich sein. Und: Der Hinweis, dass ein Anschreiben – wovor viele Bewerber zurückschrecken – nicht erforderlich ist, wird die Zahl der eingehenden Bewerbungen deutlich erhöhen.

Nennen Sie kompetente Ansprechpartner für Rückfragen zum Stellenangebot, am besten mit persönlicher E-Mail-Adresse und Durchwahlnummer. Auch innovative Formate wie Online-Bewerber-Talks für Einzelgespräche oder Online-Informations-Events zu den offenen Stellen können angeboten werden. Und selbstverständlich dürfen Links zur Büro-Website und den Social Media-Profilen nicht fehlen.

Mitarbeiter:innen gewinnen für Planungsbüros: Phase 1 – das Stellenangebot (Grafik: Eric Sturm)

Mitarbeiter:innen gewinnen für Planungsbüros: Phase 1 – das Stellenangebot (Grafik: Eric Sturm)

Weiterlesen: Der nächste Teil dieses Beitrags („Phase 2: Website und Social Media-Profile“) folgt in Kürze.

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Dieser Facheitrag erschien im Februar 2022 erstmalig in der Fachzeitschrift PBP Planungsbüro professionell.

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