Alternativen zu Zoom: Video-Konferenzen gibt es auch als „Open Source“-Software!

Der Video-Konferenz-Anbieter „Zoom“ hat in den letzten Monaten einen rasanten Aufstieg hingelegt. Erst war das Tool in aller Munde (und auf fast allen Home-Office-Rechnern), danach häuften sich allerdings die Berichte über Datenschutz-Probleme und Sicherheitsmängel – siehe dazu auch diverse Artikel in unserer Presseschau. Zoom hat umfangreich nachgebessert, doch viele Nutzer schauen sich dennoch nach Alternativen zu Zoom um. Und zum Glück gibt es viele und sehr interessante Alternativen, auch als „Open Source“-Software.

Diverse Unternehmen und Institutionen haben sich mittlerweile von dem Videodienst aus San José verabschiedet. Wie heise online kürzlich berichtete, blockierte z. B. im April 2020 Google die Nutzung von Zoom auf den Bürorechnern seiner Mitarbeiter. (Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Google mit Hangouts bzw. Meet eigene Video-Konferenz-Lösungen anbietet. ?)

Homeoffice bei Architekten und Ingenieuren? Wie gehen Planungsbüros mit dem Coronavirus-Krise um? (Collage: Internet-fuer-Architekten.de)

Homeoffice bei Architekten und Ingenieuren? Wie gehen Planungsbüros mit dem Coronavirus-Krise um? (Collage: Internet-fuer-Architekten.de)

À propos: Hier ein Update / Ergänzung zu Google Meet: Seit ca. Ende Mai 2020 hat Google seinen kostenlosen Video-Konferenz-Service „Google Meet“ sehr prominent im „Google Kalender“ platziert: Wer in der weit verbreiteten, webbasierten Kalender-Software einen neuen Termin anlegt, sieht seit Kurzem nun einen dicken blauen Button „Google Meet-Videokonferenz hinzufügen“.

Verlockend. Und: Die Video-Konferenzen mit „Meet“ sind tatsächlich bequem, denn wie bei Whereby (siehe unten) müssen die Konferenzteilnehmer – anders als bei Zoom oder Webex – keine Extra-Software herunterladen und installieren. Das Video-Meeting kann direkt im Browser stattfinden. Für mich persönlich ein dickes Plus.

Video-Konferenz mit Google Meet anlegen bzw. terminieren (Screenshot aus dem Google Kalender: Internet für Architekten)

Video-Konferenz mit Google Meet anlegen bzw. terminieren (Screenshot aus dem Google Kalender: Internet für Architekten)

Es gibt Alternativen zu Zoom!

Aber zurück zu Zoom. Auch wenn dieser eine Anbieter momentan gefühlt von allen genutzt wird: Wir haben noch viele weitere Alternativen zu Zoom. Es gibt in der Software-Welt fast nie nur einen oder zwei Anbieter, sondern eine Menge Programme bzw. webbasierte Anwendungen, die für einen bestimmten Anwendungsbereich zur Auswahl stehen. So ist es zum Glück auch bei den Video-Konferenz-Tools.

Da sind u. a. die alten Bekannten GoToMeeting bzw. GoToWebinar, es gibt Webex von Cisco, und natürlich Skype (gehört seit einiger Zeit zu Microsoft). Die Preismodelle sind auch für kleine Büros oder Freelancer erschwinglich, Webex bietet z. B. auch ein kostenloses Account an, immerhin für Meetings mit bis zu 100 Teilnehmern.

Microsoft hat aber nicht nur Skype im Portfolio, sondern mischt mit „Microsoft Teams“ ebenfalls mit auf dem Markt der Video-Konferenz-Dienste. Und bekanntlich wird „Teams“ ja seit Corona auch in Architekturbüros hierzulande verstärkt genutzt, wie zahlreiche Rund-Mails aus diversen Büros in den letzten Wochen bewiesen haben. Das liegt vermutlich auch daran, dass viele Büros sowieso bereits „Microsoft Office 365“ nutzen, und „Teams“ ist in den meisten Abo-Modellen bereits enthalten.

Whereby: Video-Konferenzen mit wenigen oder vielen Teilnehmern – inklusive Bildschirmfreigabe (Grafik: whereby.com)

Whereby: Video-Konferenzen mit wenigen oder vielen Teilnehmern – inklusive Bildschirmfreigabe (Grafik: whereby.com)

Interessant sieht auch der Newcomer „Whereby“ aus. Das Tool aus Norwegen (siehe Abbildung oben) wirbt damit, dass für die Nutzung keine Downloads erforderlich sind, die Meetings finden also direkt im Browser statt. Gäste können einer Video-Konferenz ohne Login beitreten. Ein Freemium-Preismodell gibt es auch, die kostenlose Variante der ist dabei auf vier Besprechungsteilnehmer beschränkt. Klingt fair.

Open Source-Video-Konferenzen: Alternativen zu kommerziellen Anbietern

Neben den oben genannten kommerziellen Anbietern gibt es schon seit Jahren auch interessante Open Source-Software, um Videokonferenzen mit den Kollegen, Bauherren oder Projektpartnern durchzuführen. Das (meines Wissens) bekannteste Open-Source-Video-Konferenz-Tool ist Jitsi.

Jitsi umfasst mehrere Open-Source-Projekte, mit denen man auf einfache Weise sichere Video-Konferenzen durchführen kann. Das „Herzstück“ von Jitsi für Konferenzen im Internet sind „Jitsi Videobridge“ und „Jitsi Meet“. Weitere Projekte unter dem Dach von Jitsi drehen sich u. a. um die Themen Aufzeichnung und Simultanübertragung von Events über das Netz.

Open-Source-Webkonferenzsystem „BigBlueButton“ – speziell für das „Lernen im Netz“

Ein weiteres spannendes Projekt aus der Open Source-Szenerie ist BigBlueButton. Es wurde und wird von einer internationalen Community mit dem Fokus auf das dezentrale Lernen via Internet entwickelt. Ähnlich wie Jitsi kann BigBlueButton auch auf einem eigenen Server installiert werden.

 

Hinweis: Dieser Artikel erschien am 09. April 2020, am 02. Juni 2020 habe ich ihn leicht aktualisiert.

« Zurück zum Webinar-Kalender

Wichtige Hinweise: Die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier aufgeführten Daten können wir leider nicht garantieren. Bitte überprüfen Sie alle Angaben immer auf den Seiten der jeweiligen Anbieter. Und: „Internet für Architekten“ ist NICHT der Veranstalter der hier genannten Webinare. Wir weisen hier lediglich auf diese Veranstaltungen hin.

Zur Startseite »

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

    Schreibe einen Kommentar

    Pflichtfelder sind mit * markiert.