Bürostruktur, Umsätze und Kosten selbständiger Architekten: Ergebnisse der Architektenumfrage 2018 der BAK

Im Rahmen der Mitgliederbefragung für das Berichtsjahr 2017 der Bundesarchitektenkammer (bei der es auch um die Architektengehälter ging) führte das Marktforschungsunternehmen Reiß & Hommerich Im Mai und Juni 2018 eine Befragung zur Büro- und Kostenstruktur von selbständigen Architekten durch.

Gefragt wurde u. a. nach Größe und Personalstruktur der Büros, der Auftragsstruktur der Büros, nach Tätigkeiten im Ausland und natürlich nach der wirtschaftlichen Situation der Büros. Weitere Themen: Der Einsatz von BIM und die Teilnahme an Wettbewerben.

Büro- und Kostenstruktur von Architekturbüros in Deutschland – Ergebnisse der BAK-Architektenumfrage 2018

Büro- und Kostenstruktur von Architekturbüros in Deutschland – Ergebnisse der BAK-Architektenumfrage 2018 (Collage: Internet-fuer-Architekten.de)

Wissenswertes und interessante Fakten zu Bürostruktur und Kosten (bezogen auf 2017

Hinweis: Aufgrund der besseren Lesbarkeit ist im Folgenden (wie auch sonst hier auf „Internet für Architekten“) nur von „Architekten“ die Rede. Gemeint sind Architektinnen und Architekten. Ich bitte um Verständnis.

  • Arbeitszeit und Überstunden: 81 % arbeiten mehr als 40 Stunden pro Woche. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der selbständigen Architekten lag 2017 bei 51 Stunden.
  • Das „Einzelunternehmen“ ist mit 67 % der Büros die dominierende Rechtsform. Selbst Büros mit 5 bis 9 Personen firmieren zu über 1/3 als Einzelunternehmen.
  • Kleine Büros in der Mehrzahl: Knapp 1/3 sind „Ein-Mann-Büros“, ein weiteres gutes Drittel der Büros besteht aus 2 bis 4 Personen. Nur 10 % der befragten Planungsbüros beschäftigen 10 und mehr Personen.
  • Schwierige Personalgewinnung: 79 % gaben an, bei der Besetzung offener Stellen „Schwierigkeiten“ gehabt zu haben. Bei den größeren Büros bewerten sogar 84 % die Personalsuche schwierig.
  • Die am häufigsten genannten Schwierigkeiten bei der Personalsuche: „Bewerber entsprachen nicht den Anforderungen“ (78 %) und „Es gab keine Bewerber“ (60 %). Die fehlende Berufserfahrung der Bewerber stellte nur für 8 % der Befragten ein Problem dar.
Durchschnittliche monatliche Vergütung von Berufseinsteigern in deutschen Architekturbüros 2017 (Grafik: Reiss & Hommerich für die Bundesarchitektenkammer)

Durchschnittliche monatliche Vergütung von Berufseinsteigern in deutschen Architekturbüros 2017 (Grafik: Reiss & Hommerich für die Bundesarchitektenkammer)

  • Einstiegsgehälter für junge Architekten: Die durchschnittliche monatliche Vergütung (ohne Sozialabgaben) der Berufseinsteiger lag bei 2.561 EUR brutto pro Monat (arithmetischer Mittelwert), der Median lag bei 2.600 EUR. Die kleinen Büros zahlten ca. 300 EUR weniger, die großen 100 EUR mehr.
  • Der Honorarumsatz pro Kopf lag in den Architekturbüros im Durchschnitt bei 67.000 EUR, die Spannweite reicht dabei aber von 58.000 EUR bei den Ein-Mann-Büros bis zu 85.000 EUR bei den größeren Büros mit 10 und mehr Mitarbeitern. Wie die Grafik mit Zeitvergleich (unten) zeigt: Die Umsatzsteigerungen seit 2013 sind beachtlich.
  • Insgesamt erfassen nur 55 % der Büros die Projektstunden der Mitarbeiter (und der Inhaber) systematisch. 45 % nutzen keine Zeiterfassung. Oha.
  • Einsatz von BIM (Building Information Modeling): Nur 11 % geben an, dass in ihrem Büro in den letzten 12 Monaten BIM eingesetzt wurde. Bei größeren Büros liegt dieser Wert immerhin bei 31 %, was im internationalen Vergleich dennoch wenig sein dürfte …
Honorarumsatz pro Kopf im Zeitvergleich in deutschen Architekturbüros (Grafik: Reiss & Hommerich für die Bundesarchitektenkammer)

Honorarumsatz pro Kopf im Zeitvergleich in deutschen Architekturbüros (Grafik: Reiss & Hommerich für die Bundesarchitektenkammer)

Ergebnisse der Umfrage unter selbständig tätigen Architekten in Deutschland

Die äußerst interessanten Ergebnisse der Umfrage können – ebenso wie die Ergebnisse der Umfrage zu den Gehältern von Architekten – auf der Website der BAK als ausführliche PDF-Dateien heruntergeladen werden. Darüber hinaus stehen auf der BAK-Website die Daten für die Berichtsjahre 2014, 2012 und 2009 bereit.

Zur Umfrage, die als Online-Umfrage durchgeführt wurde, waren sowohl die selbstständig tätigen als auch die abhängig beschäftigten Mitglieder aller Architektenkammern der Länder, insgesamt 101.435 Personen. Insgesamt beteiligten sich an der Mitgliederbefragung im Frühsommer 2018 15,5 Prozent aller Kammermitglieder. Von den selbstständig tätigen Mitgliedern der Architektenkammern der Länder beteiligten 5.390 Personen.

Link: Ergebnisse der Umfrage zur Kosten- und Bürostruktur der Bundesarchitektenkammer

Zur Startseite »

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.