Excel =COPILOT() in Tabellenzellen nutzen: Neue KI-Funktion für Planungsbüros erklärt

Seit Sommer 2025 kann in Excel-Zellen die KI-Funktion =COPILOT() genutzt werden. Damit lassen sich Werte in Tabellen nicht nur berechnen, sondern auch inhaltlich interpretieren.

Hintergrund: Seit November 2023 ist Microsofts KI-Tool Copilot auch in Excel offiziell für deutsche Unternehmen verfügbar. Seit Januar 2024 können außerdem kleine Unternehmen und Privatanwender Copilot nutzen. Inzwischen ist Microsoft Copilot als Zusatzlizenz für alle gängigen Microsoft 365-Abonnements in Deutschland verfügbar.

Bisher – also vor der Einführung der Funktion =COPILOT() – lief Copilot in Excel ausschliesslich über ein Seitenfenster (Sidebar bzw. Taskpane). Dort konnte man zum Beispiel …

  • Fragen zur Tabelle stellen, etwa „Zeig mir eine Zusammenfassung der Umsätze nach Quartal“.
  • Diagramme oder Pivot-Tabellen vorschlagen lassen, basierend auf markierten Daten.
  • Formeln generieren lassen, wenn man eine Aufgabe in natürlicher Sprache beschrieben hat („Berechne den Mittelwert dieser Spalte ohne Ausreißer“).
  • Trends und Muster erkennen, also automatische Analysen über größere Datenmengen.

Kurz gesagt: Copilot konnte schon beschreiben, analysieren und Formeln vorschlagen – aber eben nicht direkt als Funktion in Zellen arbeiten.

Was ist neu an =COPILOT()?

Mit der neuen Funktion können Anwender:innen, die den Beta-Kanal von Microsoft abonniert haben (siehe Hinweis unten!), in einer Excel-Zelle natürliche Sprache eingeben.

Copilot analysiert die angegebenen Zellbereiche und liefert Ergebnisse zurück – das können Texte, Klassifizierungen oder Zusammenfassungen sein.

Damit unterscheidet sich =COPILOT() deutlich von klassischen Funktionen wie VLOOKUP (SVERWEIS):

  • VLOOKUP / SVERWEIS kann nur Daten nachschlagen, die bereits in der Tabelle vorhanden sind (z. B. als Kürzelliste auf einem anderen Arbeitsblatt).
  • =COPILOT() ergänzt Tabelleninhalte mithilfe seines KI-Wissens – zum Beispiel Hauptstädte oder Kategorien (siehe Beispiele unten) – auch dann, wenn sie nicht im Arbeitsblatt stehen.

Erstes Beispiel: Länder und Sprachen

Erstes Beispiel: Länder und Sprachen per =COPILOT()-Funktion berechnen lassen (Screenshot: Internet für Architekten)

Erstes Beispiel: Landessprachen per =COPILOT()-Funktion zuordnen lassen (Screenshot: Internet für Architekten)

Mit einem einfachen Prompt wie =COPILOT(„Gib mir das ISO-Kürzel der Amtssprache“; A2:A20) ergänzt Copilot automatisch die passenden Werte. Das erspart aufwändige Nachschlagefunktionen oder externe Tabellen.

Zweites Beispiel: Projektliste im Architekturbüro

Excel Copilot Beispiel: Projektliste mit Kategorien (Screenshot: Internet für Architekten)

Excel Copilot-Beispiel Nr. 2: Projektliste mit Kategorien (Screenshot: Internet für Architekten)Screenshot

Eine typische Projekttabelle – oben als fiktives Beispiel – kann mit Copilot schnell strukturiert werden. Minimaler Beispiel-Prompt:

=COPILOT(„Ordne jedes Projekt einer Kategorie zu: Wohnbau, Bildung, Kultur, Sport, Infrastruktur oder Verwaltung“; B2:B21)

Das KI-Modell erkennt Projektnamen wie „Kita Sonnenschein“ (Bildung) oder „Brückenneubau Elbe“ (Infrastruktur) und ergänzt automatisch die passenden Kategorien.

Die neue Copilot-Funktion nutzen: So geht’s

Die neue Funktion =COPILOT() steht derzeit nur im Beta-Kanal von Microsoft 365 zur Verfügung. Den kann man aber recht einfach „abonnieren“.

  • Teilnahme am Microsoft-Insider-Programm erforderlich
  • Update auf die aktuelle Insider-Version von Excel (Windows oder Mac)
  • Danach lässt sich die Funktion wie jede andere Formel nutzen: =COPILOT(„Anweisung“; Zellbereich)

Hinweis: Da Beta-Versionen mitunter instabil sein können, empfiehlt es sich, den Beta-Kanal nur auf Test- oder Zweitrechnern zu aktivieren – nicht auf dem Hauptarbeitsgerät.

Neue Möglichkeiten im Büroalltag

Mit =COPILOT() rückt Künstliche Intelligenz direkt in die Zellen von Excel. Für Architekturbüros eröffnet das spannende Möglichkeiten: Projektlisten lassen sich strukturieren, Daten automatisch ergänzen oder in Klartext ausgeben.

Das eröffnet neue Möglichkeiten im Büroalltag, hat jedoch auch Grenzen.

  • Chancen: Automatische Klassifizierung, Klartext-Zusammenfassungen, Zeitersparnis im Alltag.
  • Grenzen: Ergebnisse sind nicht immer korrekt oder reproduzierbar. Für rechtlich, finanziell oder andere verbindliche Auswertungen ist =COPILOT() noch nicht geeignet!

Noch steckt die Funktion in der Testphase – aber schon jetzt zeigt sich, wie KI die tägliche Arbeit in Planung und Büroorganisation erleichtern kann.

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