Die Bundesarchitektenkammer (BAK) hat Anfang November die Ergebnisse ihrer bundesweiten Architektenbefragung 2025 vorgelegt. Dabei wurde – als einer von vielen Teilbereichen der Umfrage – auch die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) im Planungsbüro untersucht.
Im ersten Teil unseres Beitrags haben wir einen Blick auf die Ergebnisse allgemein geworfen. In diesem zweiten Teil gehen wir speziell auf die Aussagen der Studie zum Thema „Künstliche Intelligenz im Planungsbüro“ ein.
Alle Ergebnisse der Studie bzw. ihrer Einzelteile können Sie auf der Website der BAK einsehen oder herunterladen.

BAK-Architektenbefragung 2025 bietet Einblicke in Berufspraxis, Digitalisierung und die Herausforderungen im Planungsalltag (Symbolbild; Collage: Internet für Architekten)
Nutzung im Berufsalltag: KI bleibt Minderheitsthema
29 Prozent der Kammermitglieder setzen KI-basierte Tools im Arbeitsalltag ein. Die Nutzung ist ungleich verteilt: Große Büros mit mehr als 25 Beschäftigten nutzen KI deutlich häufiger als kleine Strukturen oder Einzelunternehmen.
Jüngere Kammermitglieder greifen häufiger zu KI-Werkzeugen als ältere. Männer nutzen KI zudem öfter als Frauen, wobei dieser Unterschied ab etwa 50 Jahren kaum noch besteht.
Einsatzfelder: Textarbeit vor Visualisierung
Der überwiegende Teil der KI-Nutzerinnen und -Nutzer setzt KI für Textarbeit ein – etwa für Protokolle, interne Dokumente oder Öffentlichkeitsarbeit. Auch rechtliche Fragestellungen werden häufig mit KI unterstützt.
Visualisierung und Rendering gehören ebenfalls zu den verbreiteten Einsatzfeldern. Planungsnahe Anwendungen wie Simulationen, 3D-Modellierung oder Variantenoptimierung werden bislang nur von einer kleinen Gruppe häufig genutzt.
Drei Nutzertypen: Von ersten Schritten bis zur Prozessoptimierung
Die Befragung identifiziert drei unterschiedliche KI-Nutzertypen:
- die größte Gruppe nutzt KI nur sporadisch, meist für einzelne Aufgaben
- eine weitere Gruppe setzt KI im Planungsprozess ein – z. B. für Visualisierung, Simulation oder Variantenstudien
- ein dritter Typ nutzt KI breit zur Prozessoptimierung, etwa für Dokumentation, Recherche oder Projektorganisation
Die Unterschiede zeigen, dass KI in vielen Büros noch in einer frühen Erprobungsphase steckt.
Anforderungen an KI-Werkzeuge: Qualität und Kontrolle
Die Erwartungen an KI-Tools sind hoch. Zuverlässige Daten, nachvollziehbare Ergebnisse und eine klare Hoheit über Planungsentscheidungen gehören zu den meistgenannten Anforderungen.
Datenschutz und sichere Datenhaltung gelten als Grundvoraussetzungen. Auffällig ist: Personen mit weniger KI-Erfahrung stellen deutlich strengere Anforderungen an die Systeme.
Herausforderungen: Daten, Integration, Kompetenzen
90 Prozent der KI-Nutzerinnen und -Nutzer sehen Schwierigkeiten beim Einsatz von KI-Tools. Häufig genannt werden fehlende verlässliche Datensätze, mangelnde Erfahrung im Umgang mit der Technologie und Kompatibilitätsprobleme mit bestehender Software.
Hohe Kosten und Energieverbrauch spielen ebenfalls eine Rolle. Die Ergebnisse zeigen, dass der Einstieg in KI häufig mit technischen und organisatorischen Hürden verbunden ist.
Potenziale: Effizienz, Transparenz und bessere Entscheidungsgrundlagen
Trotz aller Herausforderungen erwartet die Mehrheit der KI-Nutzerinnen und -Nutzer deutliche Vorteile durch den Einsatz von KI im Planungsbüro.
Besonders häufig genannt werden Effizienzsteigerungen, verbesserte Entscheidungsgrundlagen und ein optimiertes Kosten- und Terminmanagement. Ein Teil nutzt KI zudem als Inspirationsquelle im Entwurfsprozess.
Risiken: Unsicherheit und mögliche Standardisierung
Nahezu alle Befragten sehen Risiken beim KI-Einsatz. Unkritische Übernahme von Ergebnissen, Datenmissbrauch, rechtliche Unsicherheiten und eine mögliche Standardisierung von Entwürfen gehören zu den meistgenannten Punkten.
Auch die zunehmende Abhängigkeit von Softwareherstellern wird kritisch bewertet.
Datenbereitstellung: Offenheit mit klaren Bedingungen
Rund die Hälfte der Befragten wäre bereit, Daten für das Training von KI-Modellen zur Verfügung zu stellen.
Voraussetzung sind hohe Sicherheitsstandards, Transparenz über die Nutzung und ein eigener Nutzen durch die Datenweitergabe. Am häufigsten würden technische Pläne oder Analysedaten geteilt. Grafiken und 3D-Modelle werden deutlich seltener freigegeben.
Fortbildungsbedarf: Die Nachfrage ist hoch
77 Prozent der Kammermitglieder wünschen sich Fortbildungsangebote zu KI-Themen. Besonders gefragt sind Inhalte zu KI im Planungsprozess, Automatisierung, nachhaltiger Planung und zur Verknüpfung von KI und BIM.
Vor allem aktive KI-Nutzerinnen und -Nutzer melden einen hohen Weiterbildungsbedarf an.

Fortbildungen zur Nutzung von KI sind weiterhin gefragt. Das ist ein Ergebnis der BAK-Architektenbefragung 2025 (Symbolbild; Collage: Internet für Architekten)
Download: Ergebnisse der BAK-Architektenbefragung 2025
Alle Ergebnisse der Studie bzw. ihrer Einzelteile können Sie auf der Website der BAK einsehen oder herunterladen.
Im ersten Teil unseres Beitrags haben wir einen Blick auf die Ergebnisse allgemein geworfen. In diesem zweiten Teil gehen wir speziell auf die Aussagen der Studie zum Thema „Künstliche Intelligenz im Planungsbüro“ ein.
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