Soziale Netzwerke für Architekten – Zeitfresser oder wertvolles Marketing-Instrument?


Gastbeitrag von Christian Gremme, Dipl.-Ing. Architekt, Dortmund

Architekten befassen sich mit der Planung und Erstellung von Gebäuden. Die Produkte Ihres Schaffens werden im Allgemeinen als Architektur bezeichnet. Doch reicht diese vereinfachte Beschreibung in Zeiten der Globalisierung und der damit verbundenen umfassenden Informationsbeschleunigung noch aus, um das gesamte Spektrum unserer Leistungsfähigkeit angemessen zu beschreiben?

Screenshot eines Unternehmensprofils im Business-Netzwerk XING (ar.te.plan, Dortmund)
Screenshot eines Unternehmensprofils im Business-Netzwerk XING (ar.te.plan, Dortmund)

Die Werkzeuge, mit denen die Architektenschaft das Ziel verfolgt, ein für Nutzer und Gemeinwesen gleichermaßen hochwertiges Bauwerk zu erstellen, haben sich im Laufe der Jahrhunderte stark gewandelt: Der Federkiel ist dem Mausklick gewichen, Haustechnik ist mehr als nur Wasser und Strom, aus Bruchstatik sind komplexe, rechnergesteuerte Berechnungen geworden. Baukultur und Gestaltung erhalten mittels neuer Materialien immer wieder wechselnde Möglichkeiten.
Die Beschäftigung mit neuen Normen, Vergütungsansätzen und Anforderungen an Nutzung bestimmen das Tagesgeschäft und die Anforderungen an Qualität.

Wann und wozu in diesen komplexen Abläufen noch die Zeit finden für Marketing, insbesondere mit der Diskussion um Sinn und Unsinn der neuen Medien?

Als Moderator der Gruppe Architektur+Architekten im Business-Netzwerk XING möchte ich Ihnen daher ein Thema näher bringen, mit dem sich der ein oder andere unter Ihnen sicherlich schon des Öfteren beschäftigt hat.

Soziale Netzwerke für Architekten


Die Ausgangsfragen zu diesem Thema werden so oder ähnlich immer wieder gestellt:

  • “Was bringt mir als Architekt/Planer/Makler/Bauschaffender meine Präsenz im Web 2.0?”
  • “Bringt mein Engagement in den einschlägigen Social Media-Foren mich und mein (kleines bis großes) Unternehmen wirklich weiter?”
  • “Wie kann ich mich z.B. bei XING, Facebook, Twitter und Co. so präsentieren, dass potentielle Auftraggeber/Kooperationspartner auf mich aufmerksam werden?”
  • “Wie kann ich mich als Kleinstbüro oder Freelancer online so darstellen, dass interessante Partner mich bemerken, um sich meine Fähigkeiten sichern zu wollen?”

Die Beantwortung der ersten beiden Fragen wird sich sicherlich erst nach und nach ergeben. 
Wir gehen davon aus, dass die wenigsten von Ihnen bereits Aufträge bekommen haben mit der Begründung “Ihr Profil hat mir gefallen” oder “Sie haben so interessant geschrieben”.

Seit jeher gilt der Grundsatz: Wer gesehen werden will, muss vor die Tür gehen.

Die Präsenz im Pool der Masse der Social Media-Mitglieder ist dabei nur ein Puzzleteil von vielen, wenn es darum geht, seine eigene Marke, seine Kernkompetenzen und Qualitäten herauszuarbeiten, seinen Internetauftritt bekannt zu machen, einfach um sich von den Mitbewerbern abzuheben. 
Seit jeher gilt der Grundsatz: Wer gesehen werden will, muss vor die Tür gehen. Wer dort auffallen will, überlegt sich vorher, wie er auftritt, was er anzieht. 
Der branchenübergreifende Erfolg von Medienmodellen wie XING, Facebook oder Twitter ist dabei nur ein Aspekt der multimedialen und teils überinformierten Gesellschaft. Die umjubelten Presse- und Börsenberichte reden meist nur über steigende Mitgliederzahlen, nicht aber über steigende inhaltliche Qualität. 

Und genau hier können/sollten Sie ansetzen, um Ihr Portfolio bekannter zu machen. 

Sollten Sie den Schritt in die Netzwerke bereits gewagt haben, bislang aber noch keine Reaktionen auf Ihre Präsenz bemerken konnten, dann haben Sie zwar schon die Tür geöffnet, aber sind vielleicht noch nicht über die Schwelle getreten.

Wer von uns hätte sich denn noch vor zehn Jahren gedacht, dass es in absehbarer Zeit „so einfach“ ist, sich einer weltweiten Leserschaft quasi “im Wohnzimmer” zu präsentieren? Die Probleme der damaligen Zeit lagen eher in Fragestellungen der Kategorie “Wie groß darf das Büroschild an der Hauswand sein?”

Wir müssen also rein in die gute Stube, um beim Kunden anzukommen. Doch wie, ohne die angebotene Vielfalt der passenden Werkzeuge benutzen zu können?
Heute gibt es als „Schwellenträger“ gesonderte Fachkräfte, ausgebildet in Studiengängen für Webdesign, Architektur Media Management oder Architekten-Onlinebörsen. Der selbsternannte Omniversalist Architekt, ist gezwungen sich entweder zu spezialisieren, oder Hilfe anzunehmen, denn wer will schon auf dem Highway der Planung vom Zeitgeist überholt werden?


Der Weg vom Tuschestift, über CAD und AVA, hin zum Online-Architekten ist für eine Branche, die in vielen Fällen immer noch so plant und baut wie vor hundert Jahren (technische Fortschreibungen ausgenommen) rasend schnell gegangen. Wir sind inzwischen ständig mit dem Smartphone unterwegs und können Informationen überall und jederzeit aus dem Internet abrufen. (Wer hat dabei noch nicht bemerkt, dass der Datenaustausch in beide Richtungen funktioniert? Unsere mobile Kommandozentrale dient dabei als Hosentaschen-Postbote für E-Mails zu jeder Tages- und Nachtzeit.)


Angekommen im multimedialen Zeitalter müssen wir uns daher die berechtigte Frage stellen, wer beauftragt in Zeiten von Online-Pizza-Diensten noch einen hauptberuflichen Gestalter, der im Web entweder nicht präsent ist, oder dessen Auftritt nicht den Erwartungen des Kunden an einen gelernten Schöngeist entspricht? 


Flagge zeigen im Online-Angebot der Kollegenschaft ist also gefragt. Und um kein Fähnchen im Wind zu sein, sondern beim Aufbau Ihres persönlichen Social Media-Netzwerkes von Anfang an die Fäden in der Hand zu halten, um mitzubestimmen, was und wie Ihre zukünftigen Geschäftspartner von Ihnen sehen können und sollen, ist (Online-)Aktivität gefragt.

Laut statistischem Bundesamt und BAK sind von den in 2010 knapp 125.000 in den Länderkammern eingetragenen Architekten, ca. 50 % Freiberufler. Knapp die Hälfte der Architekturbüros ist als Ein-Mann-Büro aufgestellt. Lediglich ca. 6 % der Büros zählen mehr als 10 Angestellte. Von diesen ist dabei im Schnitt jeder Zweite Teilzeitkraft.
Wir reden also im Schnitt von einer durchschnittlichen Bürogröße von 1-2,5 Architekten, was gleichbedeutend ist mit viel zeitlichem Aufwand im Tagesgeschäft für die Inhaber.

Ihnen als Büroinhaber/Freelancer ist also gelegen an einem Zeit- und Finanzressourcen schonenden Werkzeug, um zumindest den ersten Schritt über die (Online-) Schwelle eines potentiellen Kunden zu machen. 
Die Social Media–Betreiber bieten Ihnen fortlaufend genau darauf zugeschnittene neue Funktionen an, um Sie als Nutzer beim Eigenmarketing zu unterstützen und um Ihr Zeitmanagement durch die Verknüpfung der Social Media-Plattformen untereinander zu optimieren.
Dies bringt Ihnen – mit geringem Aufwand für Ihr persönliches Marketing – nicht nur eine bessere Sichtbarkeit, sondern vor allem einen verbesserten Workflow und Zeit für Ihre individuellen Prioritäten.

Unternehmensprofile bei XING

Um dies im Netzwerk XING noch besser ausnutzen zu können, steht Ihnen dort ab sofort eine neue Funktion zur Verfügung, die ich Ihnen gerne vorstellen möchte. 
Konnten bislang nur größere Unternehmen ein kostenpflichtiges Profil anlegen, so macht es Ihnen XING nunmehr möglich, ein eigenes, kostenloses Unternehmensprofil, bestens geeignet für branchenübliche Freiberufler und Ein-Mann-Unternehmen anzulegen.

De facto erhalten Netzwerkmitglieder als Selbständige künftig ein zweites Profil gratis dazu.
Dies verbessert Ihre Sichtbarkeit und ermöglicht Ihnen ergänzende Beschreibungen Ihres Büros, ein spezifiziertes Leistungsprofil und ergänzende Informationen über ihr persönliches Profil hinaus.
Bereits beim kostenlosen Basis-Unternehmensprofil können Sie z.B. Ihr Logo einfügen, eine Liste Ihrer freien und festen Mitarbeiter anzeigen und Verlinkungen zu Ihren Anzeigen auf XING Jobs setzen. 

Bei Standard- und Plus-Profil können Sie zusätzliche Stichworte eingeben, so dass Sie in den “gelben Seiten” von XING besser gefunden werden. Auf Wunsch erscheint Ihr Profil auch in Suchmaschinen wie Google. 
Es gibt also eine ganze Reihe von neuen guten Gründen, ein XING-Profil anzulegen, bzw. bestehende zu pflegen, um die oben angesprochenen Möglichkeiten mit geringem Aufwand zu maximieren. 

Als weitere neue Funktion wird überdies angeboten, dass Sie als freier Mitarbeiter in all den Unternehmensprofilen erscheinen können, für die sie tätig sind und nicht mehr nur bei einem Auftraggeber wie bisher.

Screenshot: die Foren-Seite der Architekten-Gruppe auf XING
Screenshot: die Foren-Seite der Architekten-Gruppe auf XING

Foren-Beiträge auf Twitter veröffentlichen

Noch eine Neuerung in den Foren auf XING: Sie haben sich durchgerungen, einen interessanten Fachartikel bei XING zu schreiben, wissen aber nicht, ob diesen überhaupt jemand findet und liest? Helfen Sie nach! 
Ab sofort können Sie mit einem Klick auf die voreingestellten Buttons am Textende bestimmen, ob diesen Artikel Ihre Follower auf Twitter oder Ihre Kontakte bei XING in die Statuszeile übermittelt bekommen. 
(Dies ist jedoch nur möglich, sofern die Gruppenbeiträge für die Allgemeinheit gedacht sind.)


Aus meiner Sicht zwei weitere sehr interessante Neuerungen, um Ihre Sichtbarkeit im Netzwerk und im Allgemeinen zu erhöhen. Gleichzeitig ein Beispiel für die “Marketing-Orientierung” der Social Media-Plattformen, als Reaktion auf Ihre Bedürfnisse und den tatsächlichen Arbeitsmarkt.

Viel Spaß beim Einstieg in die Sozialen Netzwerke und beim Ausprobieren der Funktionen und insbesondere viel Erfolg damit! 



Christian Gremme


Wir freuen uns auf Ihren Besuch in der Gruppe Architektur+Architekten auf XING.
Übrigens: Wenn Sie noch nicht XING-Mitglied sind, können Sie sich hier kostenlos anmelden.

Über den Autor

Christian Gremme ist als projektleiteitender Architekt mit Schwerpunkt Öffentlicher Bauten im Büro ar.te-plan / Assmann Beraten+Planen in Dortmund tätig. Er ist Mitglied im Arbeitskreis “Architektur+Marketing” in Bochum und als XING-Xpert-Ambassador Ansprechpartner für den Bereich “Architektur+Architekten” im Business-Netzwerk XING.

31.08.2010

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